Geschichte

Briedel liegt an der Mittelmosel, ziemlich genau in der Mitte oder im Herzen zwischen Trier und Koblenz. *Bedeutungsvoll für den Weinort Briedel sind jene, im Bereich des ehemaligen Grafenkelterhauses, entdeckten römischen Kleinfunde aus dem 3. - 5. Jahrhundert. Aufgrund der begrenzten Ausdehnungsmöglichkeiten war die Fundstelle kaum für einen römischen Gutshof geeignet gewesen.

Die Lage entspricht daher den römischen Kelterhäusern, von denen im Moseltal neun nachgewiesen bzw. ausgegraben werden konnten. Mit einer Ausnahme liegen nämlich alle römischen Kelterhäuser im Bereich heute noch genutzter Rebflächen, die nicht ohne Grund zu den besten Weinlagen des Moseltals zählen. Wohl nicht zufällig liegen die Kelteranlagen außerdem im Bereich von Weinbergslagen, die bei einer um 1897 vorgenommenen Wertschätzung (Klasse I bis VIII) alle den Klassen I und II zugeordnet wurden. Die Briedeler Weinberge in diesem Bereich gehören der Klasse II an.

Nimmt man sich die Karte zur Hand, so erkennt man, daß die Briedeler Lagen Kelterhausberg, Tischlay, Trieren und Schäferlay dunkelrot hinterlegt sind. Zudem kann die Mehrzahl jener Orte, wo römische Kelteranlagen nachgewiesen werden konnten, auf relative frühe Weinbaubelege aus der Zeit des späten 7. - 10. Jahrhunderts zurückgreifen. Für Briedel ist bereits für das Jahr 748 Weinbau bezeugt, womit Briedel nach Pfalzel (690), Klotten (697/8), Trier-Heiligkreuz (704) und Köwerich (710) zu den fünf ältesten urkundlich belegten Weinbaugemeinden der Mosel zählt. Das von den Römern erbaute Kelterhaus wurde im Mittelalter weiter in seiner Funktion unter dem Namen Grafenkelterhaus genutzt. Nach einer Beschreibung aus dem Jahre 1608 umfaßte das für 1271 erstmals bezeugte Kelterhaus fünf Keltern (Traubenpressen); wurde aber damals schon als "alt" bezeichnet.

Die erste urkundliche Erwähnung erfährt Briedel im Jahr 745, als es von dem Bischof Chrodegang von Metz an die Abtei Gorze (Bistum Metz) übertragen wurde. Von 1343 - 1689 wurde der Ort durch eine Ringmauer gesichert. Einige Reste zeugen heute noch davon, so unter anderen der Eulenturm, der unserem Weingut seit den 50ger Jahren den Namen gegeben hat. Der Weinbergsbesitz unserer Vorfahren läßt sich bis auf das Jahr 1525 zurückverfolgen. Peter Stölben hatte damals nur Trauben erzeugt, die Weinbereitung erfolgte durch das Kloster Himmerod. Im 19. Jahrhundert begann man mit der Erzeugung von Wein für den Faßverkauf und ab dem Beginn des 20. Jahrhundert füllte unser Großvater Matthias Schinnen Wein in Flaschen ab. Diesen verkaufte er in der Nähe des Eulenturms in der eigenen Straußwirtschaft.

*vgl. Karl-Josef Gilles, Neue Forschungen zum römischen Weinbau an Mosel und Rhein. Schriftreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 11 (Wiesbaden 1995) 56 f.

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An den Felsen zwischen den Weinbergslagen wachsen noch heute mediterrane Pflanzen (Buxus, Orchideen, Beifus, etc.) und leben Samaragdeidechsen, Apollofalter etc. * Die eigentliche Besonderheit sind jedoch die thermophilen Felsheiden und Gebüsche der Steilhänge. Diese mediterranen Florenelemente sind in der nacheiszeitlichen Periode des Boreal (vor 7000-9000 Jahren) bei uns eingewandert. Seinerzeit war das Klima (schon 2-5000 Jahre nach dem Ende der Eiszeit) wesentlich wärmer als heute; die Jahresmitteltemperatur lag um 3° höher. Ein Teil der Blütenpflanzen, Moose und Tiere konnte sich in den warmen Steilhängen der Mosel bis in die heutige Zeit retten.

* vgl. Jan-Peter Frahm/Eberhard Fischer: Führer zu botanischen Exkursionen in der Umgebung von Bonn



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